Verloren im Lernstoff? In 6 Schritten zu einem klaren Überblick.

Verschaff dir einen Überblick!

Warum können wir uns sämtliche Ergebnisse der letzten Spieltage merken, ohne dass wir jemals eine Karteikarte dazu angelegt haben? Warum können wir uns Rezepte unserer Lieblingsgerichte merken, warum die Namen unserer Lieblingsschauspieler oder den Text unserer Lieblingslieder? Warum klappt das mit nicht auch mit den Inhalten, die wir in der Schule oder Uni lernen müssen? In diesem Blogpost geht es darum, wie du dich optimal für die nächste Lerneinheit einstimmst und die effektive Lernzeit so halbieren kannst. 

Dieser Blogpost ist Teil der Serie „Die 10 Goldenen Lernregeln“. Hier geht’s zur Serie und den anderen Artikeln.

 

Wir lernen nur, was wir schon wissen

Wir können uns am besten merken, was für uns wichtig ist… und für uns ist nur wichtig, was wir verstehen. Die Krux: Um zu lernen, müssen wir eigentlich schon etwas verstanden haben.

Na toll! Wir lernen also nur, was wir sowieso schon wissen? 

Nicht so schnell! Wir können selbstverständlich Neues lernen. Das Neue muss aber mit etwas zusammenhängen, was wir bereits verstanden haben. Das dürfte jedem unmittelbar einleuchten: Es ist für einen Zweitklässler schlicht wenig hilfreich, wenn er mit binomischen Formeln konfrontiert wird, bevor er nicht die wesentlichen Grundrechenarten verstanden hat. Ein Schritt folgt auf den nächsten.

Ist an der Uni alles anders?

Umso merkwürdiger, dass wir diese einfachen Prinzipien über Bord werfen, wenn wir die Schule verlassen.  Wir fangen stur vorne im Buch an und arbeiten uns Kapitel für Kapitel durch… dabei merken wir oft garnicht, dass die Kapitel der Lehrbücher nicht nach Schwierigkeits- oder Vertiefungsgrad, sondern thematisch sortiert sind.

Dies kann uns in eine ziemliche Lern-Bredouille bringen: Denn wenn wir keine Ahnung davon haben, was eigentlich die Grundlagen des Gebietes sind, das wir gerade zu lernen versuchen, dann werden wir die Relevanz des vertiefenden Stoffes erst recht nicht erkennen können. Uns fehlt also der notwendige Überblick.

6 Schritte für doppelt so schnelles Lernen

Anstatt das nächste mal einfach „drauflos“ zu lernen, versuche doch einmal die folgende Vorgehensweise:

  1. Quick-Learn-Meditation: Frage dich in zwei Minuten (nicht länger!), wofür das Thema der nächsten Lerneinheit eigentlich wichtig ist. Wozu könnte die Welt dieses Thema brauchen?
  2. Gib das Thema bei Google und Co. ein. Wahrscheinlich landest du auf einem Wikipedia-Artikel, der dein Thema umreißt. Lies den entsprechenden Artikel bevor du dein Lernbuch aufschlägst! Sollte schon der Artikel deinen Kopf zum Qualmen bringen, ist noch mehr Basiswissen gefragt. Du machst am besten weiter mit:
  3. YouTube! – Du wirst lachen, aber die allermeisten (Uni-)Themen werden in irgendeiner Weise in praktischen Videos erklärt. Klick dich einfach bis zum passenden Video durch!
  4. Jetzt gehst du zurück zu deinem Lehrbuch und schaust dir das Inhaltsverzeichnis für die nächste Lerneinheit an. Was wird dich im Text erwarten?
  5. Wenn dir eine Überschrift nichts sagt, versuchst du es wieder mit einer groben Internetrecherche. Die Punkte 1 und 2 wiederholen sich dann für diesen kleinen Punkt.
  6. Erst jetzt, wo du schon eine grobe Idee davon hast, was dich in deiner kommenden Einheit erwarten wird, beginnst du mit dem eigentliche „Lernen“…

 

Dauert das nicht ewig?

Nein. Um einen Wikipedia-Artikel zu lesen, brauchst du nicht lange. Wenn du ihn nicht verstehst, dann hilft dir ein (maximal 10 minütiges) YouTube Video weiter. Diese 10 Minuten sind enorm gut investiert, denn: Gehst du mit Vorverständnis an den Lerntext, dann wirst du den Lerntext sehr sehr viel schneller lesen können, als ohne das entsprechende Vorwissen. Liest du den Lerntext hingegen ohne Vorverständnis, dann bist du zwar vielleicht ein paar Minuten früher mit dem Lesen fertig – es wäre aber ein reiner Pyrrhussieg: Denn vielleicht sind deine Augen schnell im Lesen, aber dein Hirn wäre gleich am Anfang stehen geblieben. Kurz: Ohne Vorwissen, kannst du dir das Lehrbuchkapitel gleich sparen.

 

Kann ich den Quellen im Internet trauen?

Nein. Das macht aber auch nichts. Du sollst ja nicht anstatt deines Lerntextes, auf Wikipedia ausweichen. Du sollst Wikipedia, YouTube und Co. ergänzend hinzuziehen. Du nutzt diese Quellen nur, um eine Idee davon zu bekommen, was du gleich lernen wirst.

Im Examen und in der Abschlussklausur kann ich aber nicht bei Wikipedia abschreiben…

…äh, ja: Sagt ja auch niemand. Es geht darum, dass du dir eine Basis schaffst, auf die du schnell und effektiv aufbauen kannst. Vollkommen egal, an welchem Punkt in deinem Studium du dich gerade befindest – du brauchst Grundlagenwissen, um anschließend vertiefen zu können.

wrap-up

Um beim Lernen etwas behalten zu können, müssen wir die Relevanz der Thematik erkennen können. Das heißt: Wenn du (noch) keine Ahnung hast, worum es in der nächsten Lerneinheit eigentlich geht und wofür und in welchen Fällen man dieses Wissen braucht, dann musst du dich zuerst mit diesen Fragen auseinandersetzen. Danach kannst du dich dann um die wirklich dicken Bretter kümmern. Verschaffe dir immer zuerst einen Überblick!

Action!

Selbst wenn du alles wieder vergisst, was du gerade gelesen hast – diesen Punkt solltest du dir merken:

  • Denke kurz darüber nach, worum es wohl in der nächsten Lerneinheit gehen wird. Zur Not: Gib das Thema bei Google ein oder sieh dir ein einfaches Youtoube-Video an. Wenig Vorbereitung ist 1 Millionen Mal besser als keine Vorbereitung 😉

Don’t forget: Never forget 😉

 

Cheers,

Jan-Felix

 

P.S. Wie bereitest du dich so auf eine Lernsession vor? Gefällt dir der Artikel? Hast du Fragen? Hinterlasse einen Kommentar!

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Jan-Felix

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