3 Gründe, warum du rückwärts planen solltest

besser planen

Lernpläne sind toll – es sei denn sie landen in der Tonne. Und Lernpläne landen of in der Tonne. Manchmal hilft da nur noch umdrehen. 



Planen im Vorwärtsgang

Wenn ich im Studium einen Lernplan erstellt habe, dann ging ich ungefähr so vor: Voller Enthusiasmus habe ich viele Linien gemalt, Zeiten und Wochentage eingezeichnet, Veranstaltungen ausgesucht, Vor- und Nachbereitungszeiten eingetragen… nur um dann am dritten Tag den Lernplan in der Ecke zu entsorgen, weil ich aufgewacht bin und feststellen musste, das ich in der wirklichen Welt Pausen machen möchte, nach einer Veranstaltung zu schlapp bin, um irgendetwas zu tun und sowieso…“wann soll ich mal (durch-)atmen (meint: Auf Facebook daddeln, mit meinem Daumen den Playstationcontroller verprügeln oder netflixen – wobei nein, für Netflix bin ich zu alt, das gab es damals noch nicht ;-)?“

Diese Lernpläne waren für die Katz…oder für den Papierkorb…jedenfalls nicht für mich.

Ich musste das Pferd von hinten aufzäumen. Und zwar so:
Zuerst plante ich, was ich machen wollte außer zu lernen, außer in Vorlesungen zu sitzen, außer Bücher mit komplizierten Texten zu lesen. Ich fing also zuerst die Aktivitäten zu planen an, die mich sonst vom Lernen ablenken.




Schalte in den Rückwärtsgang!

Normalerweise tauchen Facebook, WhatsApp, E-Mails, Netflix u.s.w. nicht in Lernplänen auf. Ich denke aber, dass all diese „Freizeitsachen“ den prominentesten Platz überhaupt im Lernplan bekommen sollten. Warum? Check:

  1. Wir machen uns schon bei der Planung die potenziellen Ablenkungen klar– und zwar sonnenklar! Anstatt ein schlechtes Gewissen zu haben, dass wir die einzige Person auf der Welt sind, die nicht die Disziplin hat, Facebook nach einem kurzen Blick für den Rest des Tages in die Untiefen des WWW zu verbannen, sollten wir uns lieber darin gefallen, dass wir die einzigen Personen sind, die eine Stunde am Tag auf Facebook herumhängen, weil das in unserem Lernplan steht 😉
  2. Wir priorisieren wirklich und machen uns nichts vor. Jede gute Planung lebt von „Priorisierungen“: Wenn Events kollidieren, brauchen wir eine Regel – ein Prinzip, das uns sagt, was Vorrang hat. Wenn wir Ablenkungen ignorieren, priorisieren wir zwar auf dem Papier das Lernen, wir vernachlässigen aber die Ablenkung so stark, dass sie sich ganz heimlich und leise in die Zeitblöcke verschiebt, denen wir vermeintlich die höchste Priorität gegeben haben.
  3. Wir geben Ablenkungen einen Raum. Das Einschleichen von Ablenkungen in Lernphasen lässt sich vermeiden, wenn wir unsere Ablenkungen planen. Das Bedürfnis mal eben Facebook zu checken oder jetzt eine Pause einfach einzuschieben, nimmt extrem ab, wenn wir wissen, dass in einer Stunde ganz regulär Facebook auf dem Lernplan steht.
  4. Wir bleiben konzentriert. Das wichtigste aber ist: Die Lernphasen, die jetzt zwischen den regulären Ablenkungsphasen liegen, werden nicht so häufig unterbrochen. Ablenkung während Konzentrationsphasen, sind aber der absolute #1 Grund, warum Lernphasen ineffektiv sind. Auf deinem Plan stehen damit zwar offiziell vielleicht ein-zwei Lernstunden weniger am Tag – wenn du aber dafür weitestgehend ablenkungsfrei lernst, ist das allemal effektiver und entspannter als der Lernplan, der dich knebelt, frustriert und am Ende nicht eingehalten werden kann.

Bringen wir es auf den Punk

Disziplin ist super! Durchhaltevermögen ist immerhin ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht jedes Studium, jede Ausbildung und überhaupt so gut wie jedes Ziel zu erreichen. Aber auch Disziplin will gelernt sein. Als notorische „In-den-Tag-Lebende“ können wir nicht einfach den Lernschalter auf „AN“ stellen und alles funktioniert wie am Schnürchen. Der erste Schritt hin zu einem effektiveren Lernverhalten ist, dass man das Lernen in die Ablenkungen integriert und nicht andersherum. Das ist am Anfang etwas unangenehm, weil wir sehen, wie viel Ablenkungsbedürfnis wir haben und wie viel Zeit für E-Mail, Facebook, WhatsApp usw. draufgeht. Wenn wir aber merken, dass wir konzentrierter arbeiten, wenn dieses Ablenkungsbedürfnis erst einmal befriedigt wurde, dann ist das ein unangenehmes Gefühl, in dem wir es uns schnell gemütlich machen können 😉

Stifte raus – es wird ernst!

    1. Trage E-Mails, WhatsApp, Facebook (usw.) zu konkreten Zeiten (morgens, mittags, abends) ein. Bleibe dabei aber konkret. Schreibe also nicht einfach „Mails usw. nach 17:00 Uhr“, sondern etwa: Facebook 17:00-17:30 Uhr, E-Mails 19:00 – 19:30 Uhr, WhatsApp 19:30 – 20:00 Uhr. Was glaubst du, wie stolz du auf dich sein wirst, wenn du feststellst, dass du tatsächlich nicht so lange für die jeweiligen Blöcke gebraucht hast!
    2. Stelle alle automatischen Nachrichten aus. Wir wollen versuchen, Ablenkungen bestimmten Zeiten zuzuweisen. Es reicht, wenn wir die dringende „Push-Mitteilung“ lesen, wenn wir es für dringend halten und nicht, wenn uns das unser hochauflösendes Display versucht zu sagen. WhatsApp ist ein Tool, das dich unterstützen soll – nicht du bist ein Tool, das WhatsApp unterstützen soll 😉
    3. Stelle dein Handy und deinen Computer während deiner Lernzeit in den Ruhemodus. Du kannst den Ruhemodus auch so einstellen, dass nur bestimmte Personen durchkommen, oder Anrufer, die zweimal hintereinander anrufen, durchgeleitet werden. So vermeidest du, wirklich Dringendes zu verpassen.

Liebe Grüße und… vergiss nicht dranzubleiben!

Jan-Felix

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