Gut gelaunt lernt’s sich besser – die Stimmung zum Lernen

gute Stimmung

Natürlich ist Lernen ein strategischer Vorgang, natürlich ist Lernen etwas, das Fleiß und Beharrlichkeit voraussetzt. Lernen ist aber auch etwas, das in besonderer Weise von unserer Stimmung abhängt. In diesem Beitrag geht es um unsere Emotionen – und darum, wie wir unsere Stimmung „auffangen“ können, wenn sie mal in den Keller geht.

Dieser Beitrag ist Teil der Serie „Die 10 Goldenen Lernregeln“. Zu den weiteren Artikeln und dem Übersichtsbeitrag, gelangst du hier.

Es gibt nichts Schlimmeres als…





Es ist schon ziemlich schräg, oder? Den meisten Studis geht es materiell gesehen ziemlich gut. Die Karriereaussichten – selbst mit nur mäßigen Noten oder sogar ganz ohne Studienabschluss – sind nicht unbedingt so, dass man sich zwingend Sorgen machen müsste… und doch: Studis fühlen sich viel häufiger gestresst als der Rest der Otto-Normal-Bevölkerung und sind insbesondere in Prüfungszeiten geradezu obszön selbstmitleidig.

Als würde der Weltuntergang drohen.

Droht er aber nicht. Jedenfalls nicht wegen der anstehenden Prüfung(en). Nein, auch nicht, wenn es das Examen ist und… nein, auch nicht, wenn man die Prüfung nicht besteht  oder durch das Examen rasselt …

Natürlich gibt es Angenehmeres als etwas nicht zu bestehen. Natürlich. Aber es gibt eben auch Schlimmeres. Deutlich! Und wir sollten uns daran erinnern. Auch wenn es kitschig klingen mag: Es gibt so viel Schönes auf der Welt, in unserer Welt: Lasst uns daran denken!

In 3 Schritten von hier nach dort

Das vielleicht dämlichste an Selbstmitleid und selbstinduzierter depressiver Grundstimmung ist, dass es dem eigenen Vorhaben mehr als alles andere abträglich ist. Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass ich mich aufraffen kann, auf die Prüfung zu lernen, wenn alles, was ich mit der Prüfung verbinde, die Angst ist, dass ich sie schlecht schreiben könnte?

Um ordentlich zu lernen, brauchen wir eben nicht nur eine gute Strategie, wir brauchen auch eine Stimmung, in der wir in der Lage sind, etwas Neues zu schaffen. Genauer sind es „drei S“:

1. eine konstruktive Stimmung, 2. eine konstruktive Story und 3. eine konstruktive Strategie.




1. Heb deine Stimmung!

Schlechte Laune ist ein klares Anzeichen dafür, dass du nicht zufrieden bist. Ach nee… Doch warum sind wir unzufrieden? In der Regel, weil etwas nicht so abläuft, wie wir uns das vorstellen. Identifiziere folgende mögliche Ursachen:

a. Dein Körper rebelliert – Bist du verkatert, müde, hast du Durst oder Hunger? Du wirst lachen, aber verdammt häufig ist nichts weiteres Ursache schlechter Laune als ein grummelnder Magen, eine trockene Kehle oder eine laufende Nase. Wenn dein Körper dir diese Signale sendet, dann lass alles stehen und liegen und kümmere dich erstmal hierum. Vorher wird es nicht besser.

b. Du bist frustriert – Wenn die Dinge anders laufen als du dir das vorstellst, kann das zum einen Ursachen haben, die du kontrollieren kannst (Bsp: Wenn du bessere Noten schreiben möchtest, bereite dich besser vor) und zum anderen Ursachen, die du nicht kontrollieren kannst (Bsp: Der Dozent spricht so undeutlich, man kann ihn einfach nicht verstehen). Konzentriere dich lieber auf die Umstände, die du in der Hand hast – und überlege, wie du deine Frustration überwinden kannst!

Es klingt abgedroschen, ist aber einfach wahr: Der Fokus auf das, was dich unzufrieden macht, ist destruktiv. Fokussiere dich stattdessen auf folgende zwei Fragen:  Was ist das gute an der Situation? – Und was kannst du unternehmen, um die Situation (wenn auch nur ein Stück weit) zu verbessern?

2. Was ist deine Story?

Wir alle erzählen eine Geschichte von uns. Vor uns selbst, vor unseren Freunden, vor unserer Familie. Diese Geschichte kann sein: „Ich kann das nicht, ich versuche alles, doch ich habe immer Pech“. Diese Geschichte kann aber auch sein: „Ich könnte wenn ich wollte, ich will aber nicht, weil ich nicht muss. Mein Vater hat eine Kanzlei und Verbindungen, ich habe Beziehungen und die werden mich schon irgendwo hinbringen“.

An diesen Geschichten ist objektiv betrachtet überhaupt nichts falsch. Aber trotz allem sind es „nur“ Geschichten – die nicht nur vollkommen willkürlich gewählt und erzählt werden, sondern die auch in keinster Weise irgendwie weiterbringen: Denn in diesen Geschichten bist du abhängig vom Rest der Welt und kannst selbst nur wenig beeinflussen.

Mach dir klar, dass du deine Geschichte jederzeit ändern kannst! Selbst wenn du in der Schule eher „der Faule“, „der Pausenclown“ oder „die Unsportliche“ warst. Jetzt ist jetzt und du kannst dich in jedem Moment dazu entscheiden, eine neue Story von dir zu erzählen. Nichts und niemand hält dich davon ab.

Natürlich werden einige Personen diese neue Geschichte belächeln und sich lustig machen. Der Witz ist nur: Egal, ob diese (destruktiven) Personen aus deiner Familie, deinem „Freundeskreis“ oder deiner WG kommen – diese Personen werden immer belächeln, lästern und sich lustig machen. Ob du nun schlecht gelaunt bis oder gut gelaunt, ob du an dich glaubst oder nicht. Das eigentliche Problem liegt bei denen, nicht bei dir.  Wenn es dir hilft: Sie mögen mit einem Finger auf dich zeigen – während drei Finger auf sie selbst zeigen 😉

3. Was ist deine Strategie?

Auch wenn ich wirklich sehr gerne über optimale Lernstrategien nachdenke: Nichtwissen über geeignete Lernmethoden ist für die meisten Lernwilligen ebenso wenig ein Problem, wie es ein Problem der Abnehmwilligen ist, dass sie nicht wüssten, wie man abnimmt. Der Wille, es auch tatsächlich zu tun, ist die alles entscheidende Hürde! Bevor du überlegst wie du lernst, muss du entschieden haben, dass du lernen willst. Dafür musst du in der richtigen Stimmung sein und du musst dir eine Story erzählen, in der du „ein Lerner/eine Lernerin“ bist…

Wenn du das geschafft hast, dann kehre zurück zum ersten Beitrag dieser Serie und mache dir einen Plan. Einen Plan wie du von hier nach dort kommst, jetzt, da du entschieden hast, dass du dorthin willst.

Zusammenfassung

Absolut betrachtet, jammern die meisten von uns auf ziemlich hohem Niveau. Diese Erkenntnis hilft jedoch nicht weiter. Fokussiere dich auf das, was du kontrollieren kannst und auf das, was tatsächlich ziemlich gut läuft. Hol dich selbst aus dem Tal der Tränen, schreibe deine Geschichte neu und mach dir einen Plan. Der wichtigste Schritt ist immer der nächste: Also Kopf hoch und weiter!

 

 

Alles Gute und fleißige Grüße

 

Jan-Felix

PS: Mein Persönliches Ritual, um morgens gut eingestimmt in den Tag zu starten sieht so aus: Ich notiere ca. zwei Minuten je eine sehr kleine Sache für die ich dankbar bin (mein warme Decke, meinen heißen Kaffee, o.ä.) und eine größere Sache, die ich mir für Menschen wünsche, die mir wichtig sind. Ich habe festgestellt, dass echt gefühlte Dankbarkeit jede schlechte Laune und jeden fiesen Gedanken abstellt… Versuch mal ängstlich und dankbar gleichzeitig zu sein. Jede Wette: Das klappt nicht 😉




Mehr Abwechslung beim Lernen – learning by doing

Abwechslung

 

Abwechslung, oder: warum Lernen nervt

Denken wir ans Lernen, dann sehen wir uns förmlich einsam und allein an einem Schreibtisch sitzend. Etwas gekrümmt, die Ellenbogen aufgestützt und das Gesicht direkt über einem dicken, staubigen Buch. Seltener denken wir an Spaziergänge, entspannte Treffen mit Freunden und lockerem Schwingen in der Hängematte. Vieles spricht aber dafür, dass wir mit größerer Abwechslung nicht nur entspannter, sondern auch wesentlich effektiver lernen können. Dazu müssen wir nur das ein oder andere berücksichtigen…Dieser Beitrag ist #7 der Serie „Die 10 Goldenen Lernregeln“. Hier gehts zur Übersichtsseite der Lernserie.

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In 6 Schritten zum Lernplan, der wirklich funktioniert

lernplan

Wer Ziele hat, kann Ziele erreichen. Wer keine Ziele hat…der nicht.
Warnung: Der folgende Blogartikel ist länger als üblich. #Longread ???? Für Ungeduldige gibt es unten eine Zusammenfassung. Mit einem Klick kannst du den Text einfach überspringen.

Gut geplant, ist halb gelernt

Ein Plan ist keine Garantie, aber hilft in Situationen, in denen der ganze Uni-Wald mal wieder vor lauter Klausuren, Hausarbeiten und ECTS-Punkten nicht zu sehen ist. Ein Plan ist etwas sehr individuelles und will gehegt und gepflegt werden als wäre er ein leibgewordener Wing-Man für kritische Situationen im Lernalltag….

…doch… warum machen dann die wenigsten einen ausführlichen Lernplan bzw. – wenn sie denn einen machen – halten sich nicht daran?
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